Die Familien Sielaff aus dem Kreis Schlawe in Pommern im haus-schlawe.net

Aktuelle Publikation: Das Adressbuch des Kreises Schlawe 1928

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Die Herkunft der Familie Sielaff 

 

Der Name Sielaff kam in Pommern, insbesondere in vielen Städten und Gemeinden des Kreises Schlawe relativ häufig vor. Die größte Anhäufung des Familiennamens innerhalb eines Ortes, zumindest in Hinterpommern, trat in Altschlawe auf. Auch wenn es einen sehr engen Zusammenhang zwischen den Sielaffs und dem Dorf Altschlawe gegeben hat, so liegt doch der Ursprung dieser Familie bzw. ihres Namens nicht in Pommern.

 

Im Standardwerk für Ursprung und Deutung deutscher Familiennamen, im "Deutschen Namenslexikon" von Hans Bahlow, werden zwei alternative Erklärungen zur Herkunft des Familiennamens gegeben. So wird zum einen der Name neben Sieloff, Sielopp, Sielipp dem ostdeutsch-slawischen Bereich zugeordnet, ebenso wie auch Gieloff, Gielaff, Gielap, Gielopp oder dem slawischen Trielaff und Trielaff.

 

Die Schlussilbe "laff", die auch in anderen Personennamen wie z. B. Retzlaff, Tetzlaff, Patzlaff oder im Dorfnamen Natzlaff etc. vorkommt, könnte eine wendische Herkunft anzeigen.  Sie bedeutet in der Form "glaff" (poln. glowa) soviel wie Kopf oder Haupt.  Der Name des slawischen dreiköpfigen Gottes Triglaff, der auf Rügen ein Heiligtum hatte und nach dem auch ein Dorf im Kreis Greifenhagen genannt war, leitet auf diese Erklärung hin.

 

Allerdings neigen die meisten Sprachforscher der Gegenwart der zweiter Auffassung zu. Demnach leitet sich der Name Sielaff aus dem Friesischen ab. Der friesische Vorname Siglef bzw. Siglof lässt einen wahrscheinlichen Zusammenhang erkennen. Im übrigen ist heute der Name Sielaff in norddeutschen Landstrichen überdurchschnittlich beheimatet, so dass vermutlich nicht alle dieser Vertreter auf ehemals pommersche Sielaffs zurückzuführen sind.

 

 

Otto Sielaff (1910-1997) berichtete im Rügenwalder Jahrbuch 1987 unter dem Titel

 

Alteingesessene Familien im Schlawer Land: Die Sielaffs aus Altschlawe

  

In den ältesten Namensnachweisen, die wir aus dem Kreis Schlawe besitzen, den Inventarien der Abtei Buckow und des Rügenwalder Amtes von 1648, werden in Pirbstow der Bauer Hans Silaff, in Alt Krakow der Bauer Michel Silaff, in Järshagen der Kossät Peter Silaff, in Kugelwitz der Bauer Jochim Silaff, in Stemnitz der Bauer Jochim Silaff, in Altschlawe der Schulze Pagel Silaff und der Bauer Jochim Silaff genannt. 

  

In den Steuerlisten von 1666 erscheint in Krakow kein Silaff mehr, der Hof ist wahrscheinlich durch Einheirat in die Hände einer anderen Familie gelangt.  Dafür finden wir jetzt aber einen Instkossäten Jochim Sylaff in Martinshagen, das einzige Vorkommen dieses Familiennamens, das in den Abteidörfern nachgewiesen werden kann. 

  

Die beiden oben genannten Bauern in Altschlawe sind zweifelsfrei die Stammväter der hier dargestellten Sielaffs. 

  

In der Chronik des Kirchspiels Krangen kommen Namensträger in Krangen, Bosenz, Buckow und Bussin vor.

 

Im Jahre 1945 gab es in Altschlawe 13 Sielaff-Höfe, von denen 6 als Vollerwerbsbetriebe angesehen werden können.  Nach der Erinnerung hatte der Hof Wilhelm Sielaff rd. 45 ha, Albert Sielaff I. um 40 ha, Albert Sielaff II. 41, 25 ha; die anderen, Wilhelm Sielaff II., Gustav Sielaff, Franz Sielaff, Albert Sielaff III., August Sielaff, Reinhold Sielaff, Gustav Sielaff I. und II. sowie Tischlermeister Otto Sielaff und der Hof des Arbeiters Reinhold Sielaff, lagen darunter.  Aus dem Verwandten- und Heiratskreis der Sielaff saßen noch 1945 auf einem oder mehreren Höfen bzw. Gehöften in Altschlawe die Familien Böttcher, Mademann, Nehring, Pramschüfer, Roggatz, Schwolow, Tietz und Witt.

 

Die Vorfahren der pommerschen Sielaffs kamen also als Einwanderer aus den friesischen Küstengebieten, vermutlich im 11. oder 12.Jahrhundert nach Pommern. Wahrscheinlich verbreiteten sie sich in Generationsschüben, wie wir dies auch von anderen Familien her kennen, von den westlichen Orten Pommerns weiter nach Osten. Der Kreis Schlawe war in dieser Entwicklung nur eine weitere Station, aber das Dorf Altschlawe muss dabei eine besondere Rolle gespielt haben.

 

 

 

 

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